“Wir waren Pioniere in Sachen Bürgerbeteiligung, aber dieses Mal wollen wir wirklich Paradigmen beschleunigen und verändern, um einen Meilenstein zu erreichen.“

– Jean-Christophe Peterkenne, Direktor für Strategie der Stadt Lüttich.

Und sie haben ihr Ziel erreicht. Mit ihrer Beteiligungsplattform #RéinventionsLiège konnte die Stadt Lüttich mehr als 1.000 Vorschläge und 95.000 Stimmen einholen. Fast 30.000 Besucher:innen besuchten die Plattform – rund 15 Prozent der Lütticher Bevölkerung.

Das belgische Vorzeige-Projekt aus der ‚Frühzeit‘ digitaler Bürger:innenbeteiligung

réinventons liège

Nach einem kostenlosen Aufruf zu Ideen auf der Online-Plattform #RéinventionsLiège eröffnete die Stadt die Stimmabgabe. Am Ende wurden die besten Vorschläge benannt. Diese hatten dann die Möglichkeit, in den Stadtplan integriert zu werden. Die gesammelten Ideen wurden nach folgenden Oberthemen kategorisiert: Mobilität, Energiewende, kollaborative und partizipative Stadt, Kunst, Kultur, Kulturerbe, Grünflächen und Stadtplanung.

Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Bürger:innenbeteiligungsplattform von Lüttich

1. Motivation und Beteiligung von Stadtangestellten

Die Mitarbeitenden der Stadt Lüttich sind sehr engagiert ins Projekt der Bürgerbeteiligung eingestiegen. Sie haben durch permanenten Kontakt mit den Bürger:innen kontinuierliche Rückmeldungen an ebendiese geben können.

Wer hatte in der Verwaltung den Hut auf? Die Beteiligungsplattform wurde von einem internen Hauptbenutzer verwaltet und verantwortet: dem Smart City Manager. Dieser Position wurde gelegentlich durch andere Verwaltungsmitarbeitende zugearbeitet. Die Kommunikation rund um die Plattform übernahm die städtische Kommunikationsabteilung.

2. Kreative und zielgerichtete Kommunikation

Die Regierung von Lüttich hat erfolgreich dafür gesorgt, dass der Mehrheit der Bürger:innen die Initiative zur digitalen Beteiligung bekannt war. Dieser Erfolg in der Kommunikation basierte hauptsächlich auf intelligenten, sehr zielgerichteten Bemühungen.

Wir haben sie im folgenden unterteilt nach ‚Eigenen Kanälen‘, ‚bezahlten Kanälen‘ und ‚verdienten Kanälen‘:

Kommunikationen auf den eigenen Kanälen:

  • Intranet: Die Verwaltung nutzte ihr internes Kommunikationswerkzeug, um die Mitarbeitenden zu mobilisieren
  • Website: Ankündigung und Kommunikation auf der Homepage
  • Soziale Netzwerke: kreative Beiträge auf Twitter und Facebook
  • Informationstreffen: Präsentation des Projekts durch das Bourgestre für Nachbarschaftskomitees
  • Newsletter E-Mail
  • Rekrutierung von Bürger:innen durch Nachbarschaftskomitees oder Kulturzentren.
  • eigene Veranstaltungen

Kommunikation auf bezahlten Kanälen:

  • Digitale Kampagnenanzeige (Banner)
  • Twitter- und Facebook-Kampagnen

Kommunikation auf ‚verdienten‘ Kanälen – durch externe Anerkennung:

  • Pressemitteilung: Artikel veröffentlicht auf RTBF.be und anderen lokalen Medien
  • Interaktion mit akademischen Influencern und anderen lokalen Akteuren

3. Beratung und Dienstleistungen von CitizenLab

Lüttich konnte vor, während und nach dem Beteiligungsprozess auf die Begleitung und den Rat von CitizenLab Spezialist:innen zählen. Die Mitarbeitenden der Stadt erhielten Hilfe, um die Kommunikation auf der Plattform selbst zu formulieren und Online- und Offline-Kommunikationskanäle effektiv zu kombinieren. Auch die Stadtverwaltung nutzte die Unterstützung von CitizenLab, um die Ideen, die aus dem Prozess des freien Vorschlags von Ideen durch optimierte Dateien und eine Reorganisation der digitalen Plattform entstanden sind, klar und nutzbringend zu reorganisieren.

Die nächsten Schritte für Lüttich

Die Wahlperiode endete am 25. Juni 2017. Die Stadt analysierte anschließend die Vorschläge mit den meisten Stimmen. Zudem konnten durch die transparenten Kennzahlen und beobachteten Trends weitere wichtige Erkenntnisse für die Stadt abgeleitet werden. Final wurde klar, welche Themen in den nächsten Stadtplan von Lüttich integriert wurden und welche nicht.

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