Welche Rolle spielen Stadtverwaltungen in der Zukunft? Da digitale Technologien die Art und Weise, wie wir miteinander interagieren, verändern, sind auch Städte gezwungen einen Wandel zu durchlaufen. Die Regierung von morgen ist nicht nur ein zentralisiertes, regelgesteuertes Gremium, sondern ermöglicht auch bürgernahe Innovationen durch ein offenes Ökosystem. Wir nennen es „die Stadt als Plattform“.

„Wir neigen dazu, die Politik als eine Plattform zu betrachten, die selbstständig Dinge tut… aber wir sollten die Politik auch als eine Plattform betrachten, mit welcher man Dinge geschehen lassen kann.“ -Tim O’Reilly

Wir erwarten oft von unseren Regierungen, dass sie etwas tun, aber wir sollten die Regierung auch als eine Plattform betrachten, über die wir Dinge geschehen lassen können. Dies ist der Übergang, den wir derzeit unter dem anspruchsvollen Namen „die Stadt als Plattform“ durchlaufen. Dank der allgegenwärtigen Vernetzung über Internet, Smartphones und anderen Datenquellen ist die „klügste“ Stadt die Stadt, die es versteht, diese digitalen Netze auf die intelligenteste Art und Weise zu nutzen.

Intelligente Steuerung

Diese digitale Transformation hat auch Auswirkungen auf die Regierungsführung der Städte. Das Aspen Institute bringt es auf den Punkt: „Städtische Bewohner leben heute in allen möglichen virtuellen Räumen, die mit Hyperverbindungen vernetzt sind, pulsierend mit Echtzeit-Informationen, intelligenten Geräten, Datenbanken mit Fernzugriff und partizipativem Crowdsourcing.“

 

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Die Regierungen beginnen zu begreifen, dass Fachwissen nicht zentralisiert, sondern unter allen Bürgern der Stadt verteilt wird. Bei Regierungsführung geht es nicht nur darum, die meisten Stimmen bei Wahlen zu erhalten und die Aufgaben den Bürokratien zuzuweisen. Es geht auch darum, Informationen, die von Bürgern und anderen Datenquellen stammen, effizient zu sammeln und zu kuratieren, um den Entscheidungsprozess zu bereichern.

In der Tat verändert mitwirkende, digitale Bürgerbeteiligung  das Verhältnis zwischen Städten und ihren Bürgern drastisch. Im traditionellen System der Regierungsführung hat jeder Bürger alle X Jahre eine Stimme. Heutzutage ist es mit digitalen Technologien viel einfacher, Ihre Meinung als Bürger zu äußern.

Neue Formen des Städtebaus

Die Sammlung der Ideen über eine benutzerfreundlichen Oberfläche für die Bürger ist ein erster Schritt in die richtige Richtung für die Gemeinde. Eine digitale Lösung sollte so konzipiert sein, dass es für jeden Bürger so einfach ist, eine Idee zu veröffentlichen wie bis drei zu zählen.

Dennoch verfügen Regierungen oft nicht über die internen Ressourcen, um eine solche Software zu entwickeln. Deshalb setzen Behörden verstärkt auf Cloud-Softwarelösungen, um die Kluft zwischen Städten und Bewohnern zu überbrücken. Auf dem Europäischen Gipfel für nachhaltige Städte wurde mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass sich Regierungen auf ihre wesentlichen Punkte konzentrieren sollten: die Versorgung der Bürger mit optimalen öffentlichen Dienstleistungen.

Hier ein konkretes Beispiel dafür, wie Bürger gemeinsam mit einer Stadt einen Akt der Schöpfung vollziehen können, so hat die belgische Stadt Hasselt den Input ihrer Bürger durch Crowdsourcing für ein Stadterneuerungsprojekt genutzt. Die Bürger teilen, wie sie sich den neuen Großstadtpark „Kapermolen“ vorstellen. Die Stadtverwaltung wird diese Ideen konsequent nutzen, um den Plan für den Park zu entwerfen, der 2017 rekonstruiert wird.

Die Macht der Daten

Die Macht des partizipativen Crowdsourcing geht über das Sammeln und Kuratieren von Ideen hinaus. Noch interessanter wird es, wenn die Ideen analysiert werden und man daraus die Präferenzen der verschiedenen Bürgergruppen ableiten kann.

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Welcher Stadtrat wäre nicht daran interessiert, herauszufinden, wie Bürger aus verschiedenen Stadtteilen über bestimmte Ideen denken? Wie unterscheiden sich die Meinungen der verschiedenen Altersgruppen? Dateneinblicke helfen Städten dabei, eine integrativere öffentliche Entscheidungsfindung zu erreichen.

Im dem Konzept „Stadt als Plattform“ sind die Daten offen. Offene Daten machen Stadtverwaltungen transparenter, laden zur sektorübergreifenden Zusammenarbeit ein und initiieren ein verstärktes Engagement zwischen Bürgern und Städten. Eine offene Regierung als Wegbereiter für bürgernahe Innovationen, das ist unser Ziel.

Sehr empfehlenswertes Buch, wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat: http://www.aspeninstitute.org/publications/city-platform-how-digital-networks-are-changing-urban-life-governance.

 

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