Das Konzept einer Smart City, wie es von Technologiegiganten wie IBM, Cisco und Siemens beworben wird, ist eine Stadt mit Sensoren in allen Bereichen des täglichen Lebens, die große Datenmengen sammelt und mit Algorithmen alles in der Stadt wie Routing-Verkehr und Wartung von Wasser- und Luftqualität optimiert, sowie die Positionierung von Polizeibeamten und sogar das Pflanzen von Bäumen, um die Bienen von Grundschulen fernzuhalten.

Das Smart City-Konzept hat seinen Weg von der R&D-Abteilung in Technologieunternehmen in die akademische Forschung, in Agenden politischer Entscheidungsträger und sogar in die Realität gefunden, wie die Songdo Smart City in Südkorea. Die Smart City bietet zahlreiche Vorteile, zum Beispiel:

  • Es ist umweltfreundlich, da es den Energieverbrauch und die Erzeugung perfekt regulieren kann;
  • Es kann den Verkehr optimieren, da es den Autofahrer führen und dadurch Stau vermeiden kann.
  • Es ist sicher, da es Verbrechen erkennen kann, bevor es überhaupt passiert.

Automatisierte Entscheidungsfindung lässt Bürger-Engagement nicht zu

Das Problem der Smart Cities, wie sie von vielen dieser Unternehmen vorgeschlagen werden, ist, dass sie lediglich ein Mittel sind, das „Internet der Dinge“ zu monetarisieren. Die Macht von den Bürgern wird zu einem Top-Down-Stadtkontrollzentrum verlagert, der gleichen Bürgermacht, die eine Stadt so attraktiv zum Leben macht. Die Logik der Stadt basiert auf Chaos und Vielfalt. Das unentdeckte Restaurant an der Straßenecke, die zufälligen Begegnungen mit Fremden und die Vielfalt von allem sind Merkmale des städtischen Lebens, die die Städte mit Lebensfreude füllen. Diese Annäherung von menschlicher und maschineller Intelligenz beeinflusst traditionelle Entscheidungsgrundlagen und schafft Roboter-Gemeindeverwaltungen ohne das kritische Gefühl für die Stadt oder ihre Bürger.

Die bottom-up Smart Citizens

Ich bin nicht gegen die Verwendung von Daten, um das größte schlimmste Problem der Welt anzugehen: die Umwelt. Ganz im Gegenteil, da der Preis für Sensoren deutlich gesunken ist, glaube ich, dass das Internet der Dinge einen revolutionären Beitrag zur Lösung dieses Problems beisteuern kann, zum Beispiel mit intelligenten Messgeräten, intelligenten Schnittstellen und Wärmeverteilungsinitiativen wie Nerdalize (einem Netzwerk von Cloud-Datenverarbeitungs-Server mit lokalem Sitz, die eine High-End-Datenverarbeitungs-Plattform und kostenloses Heizen ermöglichen). Diese Initiativen sollten jedoch bottom-up ausgerichtet sein, da der Top-down-Ansatz der „idealen“ Smart City, der heute vorgeschlagen wird, die Demokratie und das Engagement der Bürger nicht zulässt. Diese bürgerorientierten Innovationen in der Smart City werden Smart Citizens erschaffen. Das Dilemma besteht darin, dass Dinge, die diese von den Bürgern geleiteten Initiativen ermöglichen – die Sensoren und die Infrastruktur – ohne den Top-Down-Ansatz schwer zu realisieren sind.

Politische Entscheidungsträger, es ist Zeit, die Augen zu öffnen!

Es werden immer mehr Bottom-up-Initiativen realisiert, die sowohl eine intelligente Stadt als auch die Meinung des Bürger ermöglichen. Dazu gehört auch das Things Network, ein städteübergreifendes Datennetzwerk aus dem Internet der Dinge, das seinen Ursprung in Amsterdam hat. Ein anderes Beispiel ist CitizenLab, eine (intelligente) Bürgerbeteiligungsplattform, die es lokalen Entwicklern ermöglicht, eigene Anwendungen für ihre eigene Stadt zu erstellen. Lokale Entwickler und Start-ups spielen eine Hauptrolle, um mit der von den Technologiegiganten vorgeschlagenen Smart City „Let’s-control-it-all“ zu konkurrieren. Ich bin gespannt, wie sich diese Initiativen entwickeln. Um das Potenzial jedoch vollständig auszuschöpfen, müssen die politischen Entscheidungsträger ihre Augen für diese Initiativen öffnen, da wir vom Smart City-Paradigma top-down noch weit entfernt sind.

Was halten Sie von der Top-Down im Vergleich zu der Bottom-Up-Diskussion in Bezug auf Smart Cities? Und welche anderen Initiativen haben ein hohes Potenzial, um für die Smart City essenziell zu sein? Bitte teilen Sie Ihre Meinung.

Ursprünglich veröffentlicht auf KPMG’s blog am 4/2/2016.

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