Wir bewegen uns auf eine neue Ära zu. Eine Ära der intelligenten Städte mit Bürgen, die aktiv an der Problembewältigung, Innovation und Entscheidungsfindung beteiligt sind.

Es wird oft behauptet, dass sich bei den intelligenten Städten, Smart City, alles nur um digitale Technologien dreht, aber dies ist nicht der Fall. Die Technologien sind lediglich die „Ermöglicher“. Bei intelligenten Städten geht es um ihre täglichen Nutzer, die Bürger.

Die Bürger haben jede Menge Ideen, wie sie ihre Stadt in eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Umgebung verwandeln können. Obgleich die gegenwärtige kollektive Intelligenz in den Städten weitestgehend ungenutzt bleibt, so sind die Möglichkeiten, gemeinsam Probleme anzugehen und städtische Innovationen zu fördern, endlos.

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit dem bürgerschaftlichen Engagement und der Co-Creation beschäftigt.

Unter Bürgerengagement versteht man die Praxis, Bürger zu ermutigen, sich für das Gesellschaftsleben zu engagieren und dabei zu helfen, die Zukunft der Gesellschaft zu formen, wohingegen die Co-Creation eine bestimmte Methode ist, dies zu erreichen. Es strebt danach, die verschiedenen Interessenvertreter einer Stadt mit einer Reihe von Offline- und Online-Initiativen zusammenzubringen, um eine bessere Stadt und Zukunft zu schaffen.

3 Schlüsselaussagen

Nachdem ich mit vielen Experten gesprochen, an mehreren Veranstaltungen teilgenommen und sehr viel über diese Themen gelesen habe, kam ich zu dem Entschluss, dass es keine magische Formel und kein skalierbares Modell gibt, um den Code der Co-Creation zu knacken.

Damit wir uns weiterhin in die richtige Richtung bewegen, möchte ich Ihnen meine drei Haupterkenntnisse mitteilen.

#1 Kein Erfolg ohne Leistungsbereitschaft

Keine intelligente Stadt ohne intelligente Bürger. Aber auch keine intelligenten Bürger ohne die Leistungsbereitschaft seitens der Stadtverwaltung.

Der Co-Creation-Prozess zwischen der Stadtverwaltung und den Interessenvertretern der Stadt erfordert finanzielle, menschliche und zeitliche Ressourcen. Solange es keine Leistungsbereitschaft gibt, etwas erreichen zu wollen, wird es auch keinen Erfolg geben.

Die Bürger möchten sich gerne engagieren, aber sie möchten sehen, dass ihr Einsatz etwas bewirkt, oder dass er beim Entscheidungsfindungsprozess zumindest berücksichtigt wird. Deswegen stellt die Leistungsbereitschaft den Anfangspunkt für eine erfolgreiche Co-Creation dar.

[clickToTweet tweet=“Die Bürger möchten sich gerne engagieren, aber sie möchten sehen, dass ihr Einsatz etwas bewirkt, oder dass er beim Entscheidungsfindungsprozess zumindest berücksichtigt wird. “ quote=“Die Bürger möchten sich gerne engagieren, aber sie möchten sehen, dass ihr Einsatz etwas bewirkt. #buergerbeteiligung #smartcity #CitizenLab“]

Bonus-Tipp: Vermeiden Sie als Stadtverwaltung, den Bürgern Versprechungen zu geben, während Sie letztendlich nichts mit deren Einsatz umsetzen. Dies führt zu einem Glaubwürdigkeitsverlust und hat einen negativen Einfluss auf das Engagement der Bürger.

#2 Online- und Offline-Mittel gehen Hand in Hand

Sowohl Online- als auch Offline-Initiativen streben danach, das bürgerschaftliche Engagement zu verbessern. Mit der Entstehung von intelligenten Städten, was die Nutzung von digitalen Technologien beinhaltet, gewinnen Online-Mittel an Bedeutung. Dies bedeutet aber nicht, dass die Regierungen ihren Offline-Bemühungen ganz ein Ende setzen sollten.

Online- und Offline-Initiativen schließen sich nicht gegenseitig aus; sie stärken sich gegenseitig.

Die heutigen Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung beschränken sich größtenteils auf alte Schulformen, alle paar Jahre eine Wahl und persönliche Besuche und Bürgerversammlungen.

Hier kommt die Technologie ins Spiel. Sie kann die Interaktivität mit Bürgen steigern und einen einfachen und weitreichenden Zugang zu verschiedenen Bürgergruppen bereitstellen. Es geht nicht zwangsläufig um Technologie sondern eher darum, wie die Technologie den Stadtverwaltungen ermöglicht, besser ihren Bürgern zu dienen, und wir es zu mehr Transparenz, zu einer offeneren Gesellschaft und zu mehr engagierten Bürgern führt.

Bonus -Tipp: Jede Bürgergruppe hat ihren eigenen Grund zur Beteiligung. Es ist gut, diese Motive umfassender zu verstehen, z.B. möchten die jungen Leute ihre Fähigkeiten zeigen und die älteren Menschen möchten ihr Wissen teilen.

#3 Vertrauen, experimentieren und lernen

Zu guter Letzt, wie werden ein paar Erfolgsgeschichten zu einer Co-Creation, die als Standard in Städten auf der ganzen Welt gilt?

Das Vertrauen zwischen den Interessenvertretern der Stadt, die an dem Prozess beteiligt sind, ist die Grundlage der Co-Creation.

Und dies ist nötig, da die Co-Creation die Unsicherheit des Ausgangs beinhaltet, was bedeutet, dass es am Anfang mehr Fragen als Antworten gibt.

Abgesehen davon ist es wichtig, eine experimentelle Denkweise und Lernhaltung anzunehmen, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Zur Innovation und zu Fortschritten gehört, dass man Fehler macht und sich entsprechend anpasst.

Bonus-Tipp: Die Stadtverwaltungen, die bereit sind, eine Co-Creation zu beginnen, müssen nicht das Rad neu erfinden. Lassen Sie sich von ein paar Erfolgsgeschichten inspirieren.

 

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