Offenbar stecken wir noch in den Kinderschuhen, wenn es um die Offenlegung staatlicher Daten geht, vor allem hinsichtlich deren Verfügbarkeit und Qualität. In diesem Beitrag stellen wir 5 Vorschläge vor, um das moderne Zeitalter einzuläuten: Open Data als wertvolles Werkzeug zur Partizipation.

 

1. Datenanfragen beantworten

Eine hervorragende Möglichkeit, Datenbanken zu erstellen, die auch tatsächlich verwendet werden können, besteht darin, dass Benutzer ein Mitspracherecht haben, was sie darin haben möchten. Ein einfaches Mittel dazu sind Informationsfreiheitsanfragen (FOI) im Sinne des Auskunftsrechts. Gruppen oder Einzelpersonen erheben Anspruch auf explizite Daten und der Zugriff erfolgt fallweise.

Das Problem dabei ist, dass FOI-Verfahren meist unpopulär oder einfach unbekannt sind und das Ergebnis einer Anfrage – sei es positiv oder negativ – nicht publiziert wird. Hoffentlich kann sich die Zivilgesellschaft dieser Herausforderung stellen. Die Website WhatDoTheyKnow erleichtert FOI und ist zusätzlich selbst eine Sammlung von Antworten.

Wenn man diese Logik noch einen Schritt weiter geht, kann man sich ein Crowdsourcing der Problem- und Datenbestimmungen vorstellen. Bei der Offenlegung seiner Daten würde der Staat die Endnutzer allgemein dazu anregen, auf diejenigen unter ihren Problemen besonderen Wert zu legen, die durch die Bereitstellung von Daten gelöst werden können, sowie auf die Art der Daten, die jeweils benötigt würde.

 

2. Strategisch kommunizieren

Data Journalism Handbook

Quelle: Data Journalism

Die Bürger müssen erfahren, dass für sie ein neues Informationsangebot besteht, daher ist es wichtig, offene Datenplattformen für die breite Öffentlichkeit zu bewerben. Ein einfacherer und möglicherweise effizienterer Schritt als offener Datenanbieter ist es jedoch, diejenigen Organisationen zu erreichen, die eine Brücke zwischen Staat und Bürgern schlagen.

Die Zivilgesellschaft braucht immer Waffen für die eigene Interessenvertretung und die Mobilisierung der Massen. Mediengruppen halten ihr Publikum über alle öffentlichen Dinge auf dem Laufenden und haben große Datenmengen seriös in ihre Arbeit integriert.

Datenjournalismus bringt Daten in die täglichen Nachrichten mit ein und baut daraus eine neue Bandbreite an Quellen auf, die zusätzliche Perspektiven eröffnen und Geschichten erzählen oder personalisieren.

 

3. Eine Chance für Effizienzgewinne

Warum nicht zwei Ziele gleichzeitig treffen? Offene Datenplattformen, etwa GovData.de, haben einen nach außen gerichteten Nutzen, können aber auch einen Mehrwert für den Betrieb von Staatlichen Diensten darstellen. Isoliert arbeitende Abteilungen sind die Krankheit der Bürokratie, vor allem weil sie verhindern, dass Informationen reibungslos dorthin gelangen, wo sie benötigt werden.

Die Offenlegung von Daten und der einfache Zugriff können daher auch intern enorme Vorteile bieten. Von diesem Ausgangspunkt an wird es schwierig zu argumentieren, dass offengelegte Daten nicht bezahlbar sind. Dies ist auch ein großer Anreiz für Verwaltungen, Daten standardmäßig zu verwalten und zu verbreiten. Was ihnen nur wenig Mühe bereitet, stellt hingegen der Öffentlichkeit umfassende Datenplattformen zur Verfügung. Ein gutes Beispiel ist das Open Ahjo-System, welches vom Stadtrat von Helsinki umgesetzt wurde.

 

4. Engagieren Sie die Web-Community

Staatliche Plattformen und die Gewohnheiten der Bürger sind oft schlecht miteinander verbunden. Web-basierte oder mobile Anwendungen sind daher in vielen Fällen eine willkommene Ergänzung. Da diese Art von Lösungen normalerweise nicht vom Staat stammt, ist die Nutzung der Entwicklergemeinschaft von entscheidender Bedeutung.

Die Schwierigkeit liegt darin, herauszufinden wie. Der Stadtrat von Helsinki hat hierfür interessante Lösungen gefunden. Es wurde das Forum Virium eingerichtet, ein Ort, an dem sich Stadtbeamte und Entwickler monatlich treffen und sich über ihre Bedürfnisse und laufenden Projekte austauschen können. Datademo wurde als direkter Anreiz zur Erstellung von Apps aus staatlichen Daten gestartet.

Dieser Wettbewerb bietet Startkapital für alle teilnehmenden Teams und noch mehr finanzielle Unterstützung für die Gewinnerprojekte – Gesamtbudget: 48.000 € (lediglich). Eine Voraussetzung: Apps müssen Daten verwenden, die von den Behörden von Helsinki oder Finnland zusammengestellt werden, um die Bürger zu informieren und sie in politische Entscheidungen mit einzubeziehen. Die Stadt Paris hat ebenfalls große Datenmengen erschlossen und sammelt nun Interessenten unter Entwicklern und Geschäftsakteuren mittels der Website DataCity Initiative.

 

Data Building an Open City

Quelle: Forum Virium Helsinki

 

5. Integration mit Bürgerbeteiligung

Partizipation und Open Data sollten nicht kilometerweit auseinander liegen. Diese Aussage kann buchstäblich gemeint werden, wenn es um Civic Tech (technische Konzepte zur Bürgerbeteiligung) geht. Es gibt keinen Grund, warum Bürgerbeteiligung, die online stattfindet, den Platz nicht mit Datenspeichern teilen kann. Eine Untersuchung hat ergeben, dass es vielversprechend für die Quantität und Qualität der Partizipation ist, wenn der Abstand zwischen den beiden verkürzt wird.

Und das ist leicht zu verstehen: Man würde kaum nach einer Ratsentscheidung auf den lokalen Verwaltungswebseiten suchen, jedoch leicht Interesse daran haben, wenn Auszüge dieser Entscheidungen neben einem verwandten Diskussionsthema auf der Bürger-Plattform der eigenen Nachbarschaft erscheinen. Beachten Sie jedoch, dass die Logik auch für andere Fälle gilt.

Wenn eine Richtlinie für Open Data aktiv auf Softwareentwickler abzielt, kann dieser digitalen Anlaufstelle eine dritte Dimension als eine Art Empfang hinzugefügt werden. Wenn Übungen mit Daten ins Leben gerufen werden, befinden sich die Lernmaterialien passend neben den Datenbanken, die für reale Übungsaufgaben verwendet werden können.

 

Haben Sie von anderen Praktiken und Initiativen bezüglich Open Data gehört, welche den Bürgern die Partizipation wirklich erleichtern? Bitte lassen Sie einen Kommentar da!

 

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