Wir bei CitizenLab kommen täglich zur Arbeit, weil wir die digitale Bürgerbeteiligung mitgestalten wollen. Da eine unaufhaltsame Urbanisierung stattfindet und Städte in Zukunft wichtiger werden könnten als Nationen, ist es an der Zeit, die Kraft der kollektiven Intelligenz, welche in unseren Städten schlummert, auszunutzen! CitizenLab will Regierungen der Zukunft bürgernäher gestalten. Wen, wenn nicht die Bürger selbst, sollte man fragen, wie diese Beteiligung gestaltet werden soll? So ging unser Spezialist für bürgerschaftliches Engagement Alex auf die Straße und fragte die Leute, auf welche Art und Weise sie gerne an der Bürgerbeteiligung mitwirken würden, insbesondere im Falle einer Online-Beteiligungsplattform wie CitizenLab.

Ein kurzes Wort zu unserer Befragungsmethodik

Wir haben 73 Bürger in einem persönlichen Gespräch an öffentlichen Plätzen in Belgien, mit einer Reihe von vorbereiteten sowohl offenen, als auch, geschlossenen Fragen konfrontiert. Die meisten davon waren situationsbezogene Fragen im Zusammenhang mit den Erfahrungen welche auf unserer CitizenLab-Plattform gesammelt wurden.

Erfahren Sie unten, was die Bürger zu sagen hatten – Demokratiemacher, aufgepasst: dies ist für Sie!

1. „Den Bürgern Sicherheit geben!”

Unglücklicherweise haben die Bürger zu oft ein mangelndes Selbstvertrauen, wenn es um ihren Einfluss geht. Sie glauben, dass ihr Beitrag ist es nicht wert sei. Von daher sind sie oft zu schüchtern, um mit Engagement öffentlich im Netz zu diskutieren, was sie im Sinn haben. Dies gilt insbesondere für junge Menschen, die immer wieder an der Legitimität ihrer Teilnahme an öffentlichen Debatten zweifeln. Jedoch kann dieses Argument theoretisch auf alle demographischen Daten bezogen werden.

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Es gibt mehrere Möglichkeiten, Bürgern Selbstvertauen zu vermitteln:

  • Der „Druck als erster urteilen zu müssen” sollte vermieden werden. So kann es sogar stressig sein, einer der ersten Mitwirkenden an einer Online-Teilnahmeplattform zu sein. Um die « Schüchternheit » zu vertreiben, ist es von Interesse, die Plattform mit vorherigen Projekten und Ideen zu füllen, um Druck von den Bürgern zu nehmen und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.
  • Ein aktiver Dialog zwischen den Bürgern und der Regierung auf der Online-Teilnahmeplattform ist ein Weg, um zu vermitteln, dass die Regierung an dem interressiert ist, was die Bürger zu sagen haben. Dies kann auch ein Faktor zur Förderung des Selbsvertrauens der Bürger sein!
  • Bürger fühlen sich ebenfalls sicherer in einer Diskussion, wenn sie das Gefühl haben, über das Thema gut informiert zu sein: Städte und Gemeinden sollten das berücksichtigen und die Informationen um jeden Preis einfach zugänglich machen.

2. „Stellen Sie sicher, dass die Bürger sich erinnern!”

Bei all den Hinweisen und Einflüssen, mit denen die Bürger online und offline konfrontiert werden, ist es sehr wichtig, sich abzuheben!

Die Bürger, mit denen wir gesprochen haben, haben besonders die Notwendigkeit eines starken Brandings der Initiative und der Plattform betont: ein dediziertes Logo, das die Plattform wirklich verkörpert, ein klares und einprägsames Motto, an das man sich stundenlang, ja sogar tagelang erinnern kann. Hier können Sie mehr über die Fallstudie von Lüttich zu diesem Thema lesen.

Insgesamt sollte die Kommunikation rund um die E-Partizipationsinitiative originell und plakativ sein, um die Neugier in den Bürgern zu wecken: ein frisches und professionelles Design, interaktive YouTube-Videos, gleichzeitig verblüffende und zum Kontext passende Plakate auf der Straße usw. Zum Beispiel Vorschläge für mögliche Ideen zu einem bestimmten Thema : zu der Kommunikation im Park könnte man vorschlagen “haben Sie eine Idee für eine Sommerveranstaltung?” oder “brauchen Sie mehr Bänke?”.

Tatsächlich garantiert eine durchdachte Kommunikation rund um die Partipationsplattform eine Steigerung der Aufmerksamkeit und damit den ersten Schritt die Bürger dazu zu bringen, ihre Ideen zu teilen: dieser Chance müssen Sie sich bewusst sein.

3. „Erlangen Sie die Aufmerksamkeit der Bürger, während sie warten”

bürgern online citizen participation citizens tipsDies geht einher mit dem oben genannten Punkt. Bei der Kommunikation über die Plattform, insbesondere offline, ist es effizienter, mit den Bürgern zu interagieren, wenn sie verfügbar sind. Zum Beispiel, wenn sie in der Warteschlange stehen. Die Bürger sagten, dass es ihnen nichts ausmachen würde, in der Warteschlange im Supermarkt oder bei der Post, in öffentlichen Verkehrsmitteln (oder während des Wartens darauf) angefragt zu werden. Auf diese Weise ist die Kombination der Tipps 2 und 3 ein effektiver Weg, um die Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern.

4. „Belohnen Sie Bürger nicht (zwangsläufig) für ihre Teilnahme”

Die Gamifizierung ist ein aggressiver Weg, um ein bestimmtes Verhaltensmuster zu provozieren, und kann als ein Appell für die Bürgerbeteiligung verstanden werden. Tatsächlich kann die Schaffung eines leichten Gefühls von Wettbewerb oder „Siegen“ die Bürger motivieren, sich auf der Plattform einzubringen.

Trotzdem sollten Sie was die Art der Belohnungen, die Sie damit verbinden wollen angeht, vorsichtig sein. Gamifizierung ist nicht immer gleichbedeutend mit „Belohnungen im echten Leben“, wie Geschenke und Rabatte. Normalerweise sind die Bürger, mit denen wir gesprochen haben, der Meinung, dass soziale Anerkennung wertvoller ist, als materielle Belohnungen. Zum Beispiel werden die Bürger mehr Wert darauf legen, dass Sie bei den Top-Mitwirkenden an erster Stelle stehen und Expertenstatus haben, anstatt einfach nur Belohnungen zu erhalten. Das Forschungsprojekt, an dem CitizenLab und IMEC beteiligt waren, unterstützt diese Aussagen.

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Selbst die Bürger sind der Meinung, dass eine belohnte Bürgerbeteiligung ein verwirrendes Bild der Stadtverwaltung vermitteln und eine unangenehme und zweideutige Botschaft verbreiten könnte: wenn Sie ein guter Bürger sind, können Sie kostenlos ins Schwimmbad gehen. Die Gamifizierung und insbesondere die damit verbundenen Belohnungen sollten nicht verboten, sondern klug eingesetzt werden, um die Glaubwürdigkeit der Regierung und der Initiative nicht zu beeinträchtigen.

5. „Machen Sie es (so) schnell & einfach (wie möglich)”

Wenn es um die tatsächliche Nutzung und Erfahrung der Plattform geht, würden die befragten Bürger, diese ernst nehmen und nicht als eine « Zwischenaufgabe » abtun. Aus diesem Grund sollte es nicht zu zeitaufwendig sein und von den städtischen Social-Media-Beiträgen und Websites bis hin zur Online-Teilnahmeplattform, mit einer reibunglosen Benutzererfahrung ausgestattet werden, so dass nicht unnötig Zeit verschwendet wird, lediglich um herauszufinden, wie es funktioniert.

Insgesamt haben die Bürger ein positives Gefühl für die Online-Teilnahme, weil sie dadurch ein Gefühl von Unverbindlichkeit empfinden. Der Beteiligungsprozess wird dann viel weniger unangenehm als bei physischen Alternativen: es ist nicht notwendig, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort zu sein, um einen Beitrag zu leisten, zusätzlich muss kein langfristiges Engagement impliziert werden, welches manche Bürger abschrecken könnte.

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Aus unserer Sicht: da uns die Benutzererfahrung für den Bürger wirklich am Herzen liegt, haben wir diese Umfrage mithilfe von Benutzertests optimiert, um sicherzustellen, dass wir auf der CitizenLab-Plattform die bestmögliche Erfahrung bieten!

Was sind also die 5 Dinge die in einer solchen Online-Bürgerumfrage erwartet werden?

Nach dem, was wir von den Bürgern selbst gehört haben, würden sie sich am ehesten an einem Bürgerbeteiligungsprojekt beteiligen, wenn:

  1. Die Voreinstellungen und das, was sie teilen müssen für sie als Meinungen vertretbar sind
  2. Das Projekt es schafft, ihre Neugier zu wecken und ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten
  3. Wenn Sie zum richtigen Zeitpunkt am Tag angefragt werden, wenn sie sowieso nichts zutun haben
  4. Die Regierung ein vertrauenswürdiges und neutrales Bild abgeben
  5. Der Beteiligungsprozess reibungslos und nicht zu Zeitaufwendig gestaltet ist

Gibt es noch etwas, dass wir übersehen haben?

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