Letzte Woche hatte ich das Privileg, CitizenLab an einer exklusiven Versammlung mit einigen der einflussreichsten Entscheidungsträgern Europas und einer kleinen E-Government-Gruppe von Start-Up-Unternehmen, die handverlesen durch die Organisatoren des Pioneers Festivals waren , zu vertreten. Hier sind einige meiner wesentlichen Schlussfolgerungen aus der Diskussion zur Zukunft der Behörden.

Der Schauplatz dieses GovTech hätte nicht besser sein können; wir versammelten uns in der prachtvollen Hofburg zu Wien, im Stadtzentrum Wiens, auf dem Pioneers Festival. Pioneers hat Top-Einflussnehmer, politische Funktionsträger und Vordenker zusammengebracht, um neue Technologien und Lösungsansätze, welche die Zukunft der Behörden und des öffentlichen Bereiches gestalten werden, zu diskutieren.

Rede von Andrus Ansip (Vizepräsident der EU) in der Hofburg zu Wien.

Unter anderem waren Andrus Ansip (Vizepräsident der EU-Kommission), Ulrike Huemer (CIO von Wien), Rosen Plevneliev (ehemaliger Präsident Bulgariens), Daniel Korski (ehemaliger Sonderberater von David Cameron), und H.E Dr. Aisha Bin Bishr (Vorsitzende von Smart Dubai)   präsent.

Worum es sich bei ‚GovTech‘ oder E-Government handelt

Einfach ausgedrückt, GovTech bündelt alle Technologien die zum Lösen von Problemen im öffentlichen Bereich behilflich sind. Um Ihnen einen Anhaltspunkt zu verschaffen, Behörden geben jährlich den gewaltigen Betrag von 30 Milliarden US-Dollar für Computerprogramme aus. Insbesondere Cloud-Infrastruktur wird von Lokalverwaltungen rapide angenommen und die Kosten für diese weisen ein Wachstum von jährlich 20% an.

Anstatt an die Technologien, die diese Transformation der Behörden ermöglichen, zu denken, ist es sinnvoller, beim Anstoß zu einer sinnvollen Diskussion, den Schwerpunkt auf die Probleme zu setzen. Daniel Korski teilte eine aufschlussreiche Taxonomie dazu:

  • Teilnahme (gemeinschaftliche Plattformen, E-Petitionen, E-ID´s, usw.)
  • Regelung (Effizienzsteuerungsprogramme, AMI, Kontrollen, usw.)
  • Dienstleistung (Gesundheitswesen, Bildungswesen, Rechtswesen, usw.)
  • Infrastruktur (digitale Steuerung, Sensoren, Netze, usw.)
  • Verwaltung (Lizenzen, Cloud-Verwaltung, Computerprogramme, Sicherheit, usw.).

Die Herausforderungen für Behörden

Der öffentliche Bereich muss sich rapide umgestalten, um in der Lage zu sein, den neuentstandenen Gesellschaftszwängen Antwort zu bieten. Hier sind ein paar der bedeutendsten Tendenzen:

Hypertransparenz. Die Bürgerschaft wird immer anspruchsvoller, wenn es darum geht Transparenz zu zeigen. Transparenz dazu wie Entscheidungen getroffen werden, wie die Haushälter gestaltet werden, wie Rückmeldungen der Bürger behandelt werden, usw. Der nächste Schritt ist der Übergang von Transparenz zu nachverfolgbaren Prozessen. Durch Gestaltung der Nachverfolgbarkeit – d. h. Transparenz über längere Zeiträume – sind Bürger in der Lage die Archive zu durchsuchen und Vergleiche zwischen den Versprechen der Entscheidungsträger und der tatsächlichen Umsetzungen durchzuführen.

Haushaltszwänge. Hier gibt es nichts Neues, aber es ist die Realität gegenüber welcher die öffentlichen Verwaltungen stehen. Behörden besitzen oft nicht die internen Ressourcen, um hauseigene Entwicklungen durchzuführen, um dadurch den Anschluss zum Gebrauch neuer Technologien zu finden. Eine Auswirkung dessen ist, dass mehr und mehr öffentliche Einrichtungen auf (Cloud-) Software-Lieferanten angewiesen sind, um ihnen zu helfen, günstigere Lösungen zu finden, ohne das sie gezwungen werden das Rad neu erfinden zu müssen.

Demografische Entwicklung der Belegschaft. Die Belegschaft der Verwaltungen altert rapide. Wie Baby-Boomer scharenweise ins Rentenalter treten, haben öffentliche Verwaltungen immer mehr Schwierigkeiten, frische Gesichter, um ihren Platz einzunehmen, zu finden. Wenn den Behörden ein digitales Produkt bereitgestellt wird, müssen Personalfortbildungen durchgeführt werden, um ihnen den Gebrauch beizubringen.

Die Zukunft der Bürgerbeteiligung

Mit diesen gesellschaftlichen Entwicklungen im Sinne, haben wir die Diskussion zur Zukunft der Bürgerbeteiligung, unter Führung von Ulrike Huemer (CIO von Wien) angefangen. Insbesondere zum Thema der Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft, ist eine der Herausforderungen welcher die Agenturen gegenüberstehen, die Umgestaltung der öffentlichen Dienstleistungen. Den Bürgern sind die Abteilungssilos, in denen die Behörden operieren, gleichgültig; sie interessieren sich nur für einen schnellen, einfachen und zentralen Ort zur Agierung mit den Behörden.

Heutzutage ist es möglich, durch Gebrauch von Prozessen der Stimmenerkennung (NLP), Arbeitsabläufe der Behörden zu automatisieren, und sicherzustellen, dass die richtige Rückmeldung des Bürgers zur richtigen Abteilung der öffentlichen Einrichtung gelangt. Zusätzlich sind Chatbots immer öfter in der Lage, ermöglicht durch eine einfache AI betriebene Schnittstelle, mit den Bürgern in Dialog zu trete und ihnen zu helfen die gesuchte öffentliche Dienstleitung zu finden.

Die große Chance: E-Government

Nach diesem intensiven Seminar, kann man nur schließen, dass die Zukunft von GovTech sehr rosig aussieht. Die Hauptzutaten dieser Zukunft sind Behörden und Entscheidungsträger, die zunehmend einen Blick auf, durch Technologien eröffnete Möglichkeiten, zum Antrieb rapider Innovation, haben, und Start-Up-Unternehmen und Gesellschaften, die den Willen zur Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen für öffentliche Verwaltungen haben. Beide wurden klar am heutigen Tage präsentiert. Behörden sind reif für radikale Innovationen.

 

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