Offenbar stecken wir noch in den Kinderschuhe mit offenen Regierungs- und Verwaltungsdaten, wenn es um Verfügbarkeit und Qualität geht. In diesem Beitrag stellen wir 4 Vorschläge vor, um das mündige Zeitalter einzuläuten: offene Daten als wertvolles Bürgerbeteiligungstool für offene Demokratie.

1. Open Data: Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität

„Dataset“ ist zu oft ein Synonym für abstoßend und langwierig. Das ist nicht unvermeidlich, wie die folgenden Ideen zeigen. Eine einfache und auffällige Datenvisualisierung kann eine Bürgerplattform beispielsweise durch die Verwendung von Infografiken stärken. Wie erleichtert dies das Leben der Bürger? Einfach durch Strukturieren von Daten mit Schwerpunkt auf Schlüsselinhalten und Links zu unterstützenden Informationen.

Denken Sie einen Moment an ein persönliches Dashboard, in dem Sie beispielsweise Favoriten merken können. Dies würde zu mehr wiederkehrenden Besuchen und einer analytischeren Verwendung der Daten führen. Die Suche nach Schlüsselwörtern ist unerlässlich, um sich schnell zurechtzufinden und die Daten zu durchsuchen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenfassung relevanter Daten innerhalb und zwischen Unternehmen, anstatt sich auf die eigene Produktion zu konzentrieren. Es hat das Potenzial, Ihren Veranstaltungsort zu einem Standard zu machen, wenn es um zuverlässige Regierungsinformationen für das Gebiet geht. Ein Stadtrat könnte beispielsweise seine eigenen Daten kuratieren, aber auch Daten integrieren, die von der Zentralregierung kuratiert werden, und Daten von gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen öffnen.

Persönliches Dashboard von CitizenLab

 

2. Kontextualisierung Ihrer Regierungs- und Verwaltungsdaten

Isolierte Daten sind nicht immer sinnvoll. Die Bereitstellung eines Kontexts auf einem Rohdatensatz kann ihn verständlich machen und seine praktische Relevanz deutlicher machen. Eine Illustration davon wäre, Abschriften von Anhörungen der Versammlung zusammen mit einer Notiz darüber, wer die Sprecher sind, z.B. ihre politische Mitgliedschaft, Verbindungen zu Lobbies usw.

DigitalDemocracy.org tut dies, indem sie sich auf die Mitarbeit von Studenten der Politikwissenschaft stützt. Man kann sich jedoch Konfigurationen vorstellen, bei denen Kontextinformationen automatisch mit Daten verbunden werden, z.B. über die Ergänzung von News-Feeds.

3. Open Data als Unterrichtsmaterial

Es gibt viel zu lernen über Regierungsdaten: wie man es findet, versteht, interpretiert, es kritisiert, wie man die Fragen stellt, die es beantworten kann, wie man es als Beweis benutzt, wie man seine Anwendungen im wirklichen Leben findet. Hier ist die Sache: Schule fehlt oft politische Bildung. Dies sollte verbessert werden, um das Engagement der Bürger im späteren Leben zu fördern. Und wenn wir schon dabei sind, sollte es auch um Module für den Umgang mit offenen Daten erweitert werden, wie die Urban Data School zeigt, die in Milton Keynes, Großbritannien, pilotiert wurde und von Forschern als erfolgreich eingestuft wurde. Sie stellten fest, dass natürlich Lehrer erst ausgebildet werden müssen. Also, warum nicht Open Data durch Erwachsenenbildung in weiten Bereichen der Bevölkerung popularisieren?

4. Werkzeuge zur Mobilisierung

Wenn Daten verbreitet werden sollen, müssen Benutzer ausgerüstet werden. Mit handlichen Lösungen für den Austausch präziser Informationen wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Daten ihren Weg in die Gesellschaft finden. Ein Transkriptfragment oder ein Videoausschnitt, der nur einen Klick von den sozialen Medien oder E-Mails entfernt ist, kann problemlos mit der täglichen Kommunikation der Benutzer verbunden werden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine Warnung zu den Themen oder Quellen einzurichten, die für Sie am wichtigsten sind, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Datenbank als eine Ressource für Advocacy oder Überwachung sehen. Beide Ideen sind auf DigitalDemocracy.org bereits Realität. Laut Senator Sam Blakeslee, der das Projekt leitet, macht man einfach „ein Explorationswerkzeug zu einem Mobilisierungswerkzeug“ [1].

[1] http://www.citylab.com/politics/2017/02/a-new-search-tool-digital-democracy-holds-government-accountable/515991/

Von anderen OpenData-Initiativen gehört, die das Engagement der Bürger oder Bürgerbeteiligung erleichtern könnten? Bitte lassen Sie einen Kommentar da!

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