Fragen Sie sich manchmal, wie Sie Ihre Stadt schlauer machen können? Aber was beinhaltet das Buzzword „Smart City“ überhaupt? Was sind die ersten Schritte die Sie gehen können, um eine smarte Stadt zu gestalten? Dieser Artikel gibt Ihnen hierauf die Antworten, die allgemein gegeben werden können. Hierzu haben wir viele englischsprachige Quellen verwendet, weil große Teile der aktuellen Diskussion auf Englisch stattfinden.

Die sechs Säulen der Smarten Gemeinde

Um es auf den Punkt zu bringen: eine smarte Gemeinde ist eine Gemeinde, die vor allem Technologie einsetzt, um städtische Herausforderungen zu lösen. Der Einsatz von IKT senkt die operationellen Kosten und erhöht die Effizienz von Arbeitsprozessen und stimuliert die Lebensqualität der Stadt.

Beim Aufsetzen Ihres Smart-City-Plans sollten Sie daran denken, in einer oder mehreren der folgenden sechs Felder Initiativen jetzt zu starten.

1. Smart Governance / Smartes Regieren

Smartes Regieren bringt die relevanten Interessensgruppen der Gemeinde an einen Tisch, um Entscheidungsfindungsprozesse zu verbessern, Synergien zu schaffen und die allgemeine Effizienz zu erhöhen.

Online-Bürgerbeteiligung ist ein Beispiel für Smartes Regieren. So nutzt die Gemeinde das Wissen der Bürger und erzeugt Zuspruch für Ihre zukünftige Entwicklung.

[clickToTweet tweet=“Online-Bürgerbeteiligung ist ein gutes Beispiel für Smartes Regieren. “ quote=“Smartes Regieren bringt die relevanten Interessensgruppen der Gemeinde an einen Tisch, um Entscheidungsfindungsprozesse zu verbessern, Synergien zu schaffen und die allgemeine Effizienz zu erhöhen.“]

Pfaffenhausen im Spessart setzte eine Plattform ein, damit die Bürger den Ortskern um Ihre Meinungen und Erfahrungen digital anreichern.

2. Smarte Wirtschaft

Die smarte Wirtschaft setzt auf IT, um unternehmerische Initiativen zu stimulieren und die Produktivität lokaler Wertschöpfungsketten zu erhöhen.

Verwaltungsgetragene Initiativen wie La French Tech in Frankreich oder Tech City in dem Vereinigten Königreich haben das Ziel, Unternehmer beim Wachsen zu unterstützen durch Finanzierungsmittel, Coaching und einheitliche Ansprechpartner.

3. Smarte Mobilität

Smarte Mobilität kommt zustande, wenn logistische Prozesse und Transportsysteme miteinander integriert werden innerhalb einer Gemeinde. Das Ziel solcher Initiativen ist oft Stau, CO2-Emissionen und dessen Folgen zu mindern.

Das Smart City Barcelona Projekt ist eine vergleichbare Initiative; es muss dafür sorgen, dass die Anzahl von Mobilitätslösungen ohne schädliche Emissionen sich durchsetzt.

4. Smartes Umweltmanagement

Smartes Umweltmanagement setzt Anreize, damit der Energieverbrauch zurückgeht und Abfälle besser verwertet werden. Zudem spielt grünes Flächenmanagement eine zunehmend bedeutende Rolle.

Ein gutes Beispiel sind 8 spanische Städte, die ihren Stromverbrauch um 64% gesenkt haben durch smarte Straßenbeleuchtung.

5. Smartes Wohnen

Smartes Wohnen soll heißen, dass Wohnräume so gestaltet werden, dass soziale Kohäsion und eine hohe Lebensqualität durch gebaute Umwelten und Technologien befördert werden.

Einige Städte haben Apps gestartet, die Touristen und Bürger miteinander zu versöhnen versuchen und Verkehrsdaten und Veranstaltungsinfos bieten.

6. Smarte Mitbürger

Digitale Identitäten für Bürger, digitale Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, die anerkannt sind, und optimale Lotsen von Bürgern mit Gesuchen zu den richtigen Ansprechpartnern stellen Aspekte einer smarten Bürgerschaft dar.

Molengeek verändert Molenbeek, ein oder das Problemviertel in Brüssel, zum Besseren, durch den Aufbau einer örtlichen Tech-Gemeinschaft, die Probleme vor Ort löst.

Smart city action plan

© IEEE Smart Cities

Wie Sie Ihren Smart-City-Plan umsetzen

Die meisten Menschen, sei es Akademikerinnen, öffentliche oder private Akteure, sind der Meinung, dass sich unter der Überschrift Smart City viele Vorteile verbergen. Jedoch gibt es wenig Unterstützung für Staatsbeamte, sich darüber klar zu werden, worin die wichtigen Entscheidungen für die Umsetzung einer smarten Gemeinde bestehen.

Die folgenden Richtlinien sind intuitiv begreifbar und eventuell hilfreich beim Aufbau eines Smart-City-Plans.

1. Identifizieren Sie die Interessengruppen und Rollen

Erst recht wenn Sie eine smarte Gemeinde entwerfen möchten, ist es unverzichtbar, deutlich Prozesse zu definieren als auch das gewünschte Resultat und die betroffenen Zielgruppen anzuvisieren. Dieser Schritt bildet letztlich die Funktionsweisen der Stadt ab: Wie laufen Dinge in unserer Gemeinde eigentlich ab?

2. Setzen Sie Ziele

Der zweite Schritt umfasst das setzen angemessener Ziele aus der Vogelperspektive. Diese mögen stärkeres wirtschaftliches Wachstum, mehr Grün oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze bedeuten.

3. Definieren Sie die wichtigsten Indikatoren

Sorgen Sie dafür, dass jedes Ziel messbar ist durch Indikatoren, die über die Zeit hinweg valide berichtet werden können. Setzen Sie beliebte Benchmarks ein, etwa der GCIF, MQLS oder den Green City Index, um sich weltweit an anderen Gemeinden oder Städten zu orientieren.

4. Bringen Sie Ihre Ressourcen in Stellung

Jede Gemeinde greift auf folgende unentbehrliche Komponenten zurück: Notfalldienste, Transportsysteme, grundlegende Dienstleistungen und öffentliche Daseinsvorsorge. Diese sollten auf keiner Smart-City-Karte fehlen, vor allem nicht auf Ihrer strategischen Karte.

5. Erreichen und vergleichen Sie sich mit Benchmarks in regelmäßigen Berichten

Best practices müssen gefunden und in klaren Worten kommuniziert werden. Jedes Projekt sollte gegen Benchmarks hin evaluiert werden.

Stellen Sie ein Team zusammen und starten Sie hier und jetzt

Ob Ihre Gemeinde viele oder wenige Einwohner hat, es ist höchste Zeit in Ihrem Kontext angemessen Technologien in die Gemeinde einzubauen. Stellen Sie ein Team zusammen, wählen Sie die wichtigsten Handlungsfelder aus und lassen Sie doch mal Ihren Ambitionen freien Lauf.

Infographic smart city action plan

INFOGRAPHIK: Wie Sie Ihre Smart-City-Strategie gestalten sollten.

Quelle: Mapping Smart Cities in the EU (European Parliament), Smart City Framework (Falconer G., Mitchell S.)

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