Es gibt viele falsche Vorstellungen davon, was Bürgerbeteiligung bedeutet und wie sie funktioniert. Dieser Artikel soll einige davon aus dem Weg räumen, insbesondere durch das Aufzeigen von Unterschieden zwischen traditioneller und digitaler Beteiligung.

 

1. „Bürgerbeteiligung ist teuer.“

Eine weitverbreitete Ansicht vieler Städte ist, Bürgerbeteiligung wäre teuer. In ihrer momentanen Form ist dies oft tatsächlich der Fall, da sie vielerorts immer noch exklusiv auf langatmigen und aufwendigen Prozessen beruht, wie beispielsweise stationären „Ideenboxen“ oder Bürgerversammlungen.

Bürgerbeteiligung muss jedoch nicht viel kosten: Heutzutage bieten digitale Tools politischen Entscheidungsträgern die Möglichkeit, die Ideen einer Vielzahl von Bürgern mit minimalem Aufwand zu bündeln.  Automatisierung macht es einfach, die Ideen der Bürger zu sammeln und zu verwerten, ohne dass dafür viel Zeit und Arbeitskraft benötigt werden. Somit kann Geld eingespart werden, da sich ein Teil des Personals anderen Projekten widmen kann.

 

2. „Es beteiligen sich immer nur dieselben Leute.“

Sollte eine partizipative Demokratie das Privileg einer kleinen Gruppe von Menschen sein? Nun, wäre dies der Fall, wäre das zwar immer noch partizipativ, aber nicht wirklich demokratisch. Die eindeutige Antwort auf diese Frage scheint also ein „Nein“ zu sein. Die meisten Bürgerversammlungen werden hauptsächlich von höheren Altersgruppen besucht, weshalb Städte andere Wege finden müssen, auch die Jugend in Entscheidungsprozesse zu involvieren.

Das digitale Zeitalter bietet zum Glück viele Möglichkeiten, junge Menschen effektiv zu erreichen und deren größtes Problem zu umgehen: Zeitmangel. Die größte Nutzergruppe auf Plattformen zur Bürgerbeteiligung sind junge Berufstätige mit vollem Terminkalender. Sie schätzen die neuen Möglichkeiten, mit Rathaus und Mitbürgern direkt zu interagieren.

 

3. „Bürgerbeteiligung zwingt unsere Stadt dazu, eingereichte Ideen umzusetzen.“

Zu diesem Thema haben wir die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, keine falschen Erwartungen zu wecken. Städte sollten betonen, dass es der Zweck einer Bürgerbeteiligungsinitiative ist, Entscheidungsprozesse durch eine zusätzliche Stimme und wertvolles Feedback der Bürger zu bereichern, nicht aber, sich bei Entscheidungen die Hände binden zu lassen.

Letztendlich ist Bürgerbeteiligung für beide Seiten ein Gewinn: Auf der einen Seite treffen Gemeinden durch den wertvollen Input der Bürger bessere Entscheidungen, auf der anderen Seite haben Bürger ein Mitspracherecht daran, wie ihre Stadt verwaltet wird.

 

4. „Bürgerbeteiligungsinitiativen sind bloß ein Sammelbecken für Beschwerden.“

Einer der größten Irrtümer ist der Glaube, Bürger würden digitale Beteiligungsplattformen hauptsächlich dazu nutzen, Beschwerden an Verwaltungsmitarbeiter zu schreiben.

Tatsächlich aber beteiligen sich die meisten Menschen mit einer sehr konstruktiven Einstellung auf solchen Plattformen. Sie versuchen, ihre besten Lösungsansätze beizusteuern, um die Lebensqualität nicht nur in ihrer Nachbarschaft, sondern in der gesamten Stadt zu verbessern. Städte können ihre Bürger über Internetplattformen außerdem über Entscheidungsprozesse auf dem Laufenden halten. Dies reduziert die Anzahl an nachträglichen Beschwerden, da Bürgern bereits im Voraus die Möglichkeit gegeben wird, Einwände und Anregungen einzubringen.

 

5. „Um Bürgerbeteiligung umzusetzen, benötigt man viel oder hoch qualifiziertes Personal.“

Auch wenn viel Personal benötigt wird, um traditionelle Formen der Bürgerbeteiligung (zum Beispiel Bürgerversammlungen) angemessen zu organisieren, muss dies für Onlinebeteiligung nicht der Fall sein.

Internetplattformen zur Bürgerbeteiligung ermöglichen es Verwaltungsmitarbeitern, das geballte Wissen und die Ideen der Bürger auf eine Weise zu erschließen, die weder viel Zeit noch viel Personal in Anspruch nimmt. Diese Art von Software bündelt Vorschläge der Bürger automatisch und erfordert von den Nutzern keinerlei technisches Hintergrundwissen.

 

Fangen Sie klein an

Städte, die in Zukunft „smart“ werden möchten, sollten Bürgerbeteiligung begrüßen, da dies eine kostengünstige Möglichkeit ist, sich die Kompetenz ihrer Bürger zunutze zu machen. Auch wird dadurch die Legitimität von Entscheidungsträgern bekräftigt, da Entscheidungsprozesse transparenter, gemeinschaftlicher und demokratischer gestaltet werden können.

Möchten Sie auf Online-Bürgerbeteiligung setzen, machen Sie es Ihren Bürgern so einfach wie möglich; fangen Sie klein an; finden Sie heraus, was funktioniert und was nicht. Sollten Sie immer noch nach einer Lösung suchen, um Ihre Bürgerbeteiligung ins Internet zu verlagern, helfen wir Ihnen gerne beim Einstieg.

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