Bürger und Bürgerinnen an der Politik im Internet zu beteiligen, ist eine relativ neue Praxis, aber eine, die in der Regel von massiven Erwartungen begleitet wird. Aber was genau sollte gemessen werden, wenn wir von echtem Erfolg bei einer digitalen Bürgerbeteiligung sprechen? Hier ist eine kurze Anleitung, wie man damit anfangen kann.

Mit dem „Warum“ starten

Warum sollten Sie den Erfolg eines Online Engagements messen? Eine genaue Messung führt zu einem eindeutigen Urteil über die Vorzüge und Mängel des Beteiligungsprozesses. Es hilft Ihnen, die Rechenschaftspflicht innerhalb der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen, die Finanzierung und die Ressourcen in der Zukunft optimal zu verwalten und zu beurteilen, ob der Beitrag der Bürgerinnen und Bürger zu einem Unterschied in der Politikgestaltung geführt hat.

Es ist wichtig, dass sich alle, vom technischen Lösungsanbieter bis hin zu den Mitgliedern des Projektteams, auf eine Handvoll wesentlicher Erfolgskriterien einigen. Diese werden oft als Key Performance Indicators oder KPIs bezeichnet. Sobald KPIs definiert sind, ist es Zeit, einen Trend aufzustellen und laufend zu beobachten, was funktioniert und was nicht.

Was messen?

Kurz gesagt, man kann eine Online Bürgerbeteiligung einen Erfolg nennen, wenn die Ideen und Vorschläge der Bürger qualitativ und quantitativ vorherige Verfahren überwiegen und dies bei einem gleichzeitig kostengünstigen und zeitsparenden Prozess.

1. Einbindung aller in die digitale Bürgerbeteiligung

Die Benutzer, die Sie betrachten – die Menge, die Sie eigentlich „rekrutiert“ haben – muss offen für jeden sein. Direkte Online Teilnahme ist als eine Verbesserung unseres aktuellen politischen Systems gedacht, wo die meisten Entscheidungen von den Volksvertretern getroffen werden. Es ist daher selbstverständlich, dass digitale Bürgerbeteiligung ein Gesamtbild aller Bürger und Bürgerinnen widerspiegeln muss. Dies ist als Aufforderung zu verstehen, nicht nur für die Legitimität, sondern auch für die Qualität des Crowdsourcing. Die Anzahl der engagierten Bürger und Bürgerinnen muss groß genug sein. Und bevor eine Mehrheit der Bevölkerung tatsächlich Ihr Angebot einer direkteren Demokratie nutzt (was einige Zeit in Anspruch nehmen könnte), ist es wichtig, dass die demografischen Merkmale möglichst vielfältig sind.

Ein häufig genannter Kritikpunkt an der digitalen Demokratie ist, dass es nur gelingt, im Wesentlichen 25-40-Jährige aus der städtischen Oberschicht mit überdurchschnittlichen IT-Kenntnissen und hohem Bildungsabschluss zu gewinnen. Obwohl diese Gruppe leicht in aktive Teilnehmer umgewandelt werden kann, hat digitale Bürgerbeteiligung das Potenzial, alle zu erreichen. Es liegt in Ihrer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass nicht nur die digitale Elite beteiligt ist, sondern dass die Menschen aus allen Lebensbereichen teilnehmen – durch verbesserte Schnittstellenzugänglichkeit, gezieltere Kommunikationsbemühungen und vieles mehr. Daher sollten sie kontinuierlich die Teilnehmerzahl als auch deren demografische Merkmale beobachten..

Citizen participation dashboard

Dashboard Bürgerbeteiligungsplattform CitizenLab

Ergebnis: Sicherstellen, dass Demografie von Plattform und Bevölkerung übereinstimmen (basierend auf Geschlecht, Alter, Wohnort,…).

2. Generierung qualitativer Inhalte für politische Entscheider

Es macht keinen wirklichen Sinn, wenn die Inhalte der Bürger und Bürgerinnen nur für sie selbst relevant sind, aber keinen Nutzen für die Allgemeinheit stiften. Daher sollten Vorschläge und Meinungen, die aus der Öffentlichkeit stammen, vor allem qualitativer Ausprägung sein, was mehrere Dinge mit sich bringt. Zuerst ist die Repräsentativität Ihres Publikums entscheidend: die nur von einem Segment der Bürgschaft ausgedrückten Ansichten entstanden nicht aus kollektiver Intelligenz, sondern sind eine Kopie von Ideen und Interessen. Es sollten aktuelle Themen angesprochen werden und keine Themen, die eher dem Bereich „sein oder nicht sein“ zugeordnet werden können. Das heißt, sie müssen relevant sein, um Budget und Zeit der Bürgerinnen und Bürger, aber auch von den Verantwortlichen in der Politik und Stadtverwaltung zu verdienen. Diese sind begrenzt und werden immer für die dringendsten Vorhaben zuerst verwendet. Schlussendlich muss die digitale Teilnahme aber auch als Vektor für Innovationen dienen.

Ergebnis: Ideen müssen zu den eigentlichen Themen beitragen.(Beachten Sie, dass die Suche von Kausalzusammenhängen zwischen Partizipation und politischen Ergebnissen oft schwierig ist, weil es zu zeitlichen Verzögerungen zwischen Prozessen und Politik oder öffentlichem Handeln kommt. Deshalb sollten Sie qualitative Maßnahmen besser in einer aufschlussreicheren Fallstudienanalyse untersuchen.)

3. Sicherstellung eines effizientes Prozesses aus Kostensicht

Digitale Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie sind keine Eintagsfliegen; das heißt, sie müssen nachhaltig sein. Die Zeit und die Anstrengungen, die erforderlich sind, um Ihr Engagement zu einem Erfolg zu machen, sollten nicht unverhältnismäßig sein. Der einfachste Weg, dies zu messen ist, ist sicherzustellen, dass die Kosten pro Bürgerbeteiligung moderat bleiben. Durch die Messung der Effizienz wollen Sie Fragen beantworten wie: „Reduziert mehr Bürgerbeteiligung die Kosten, indem sie die Umsetzung von Richtlinien erleichtert, zum Beispiel durch die Verringerung der Konflikte bei der endgültigen Entscheidung?“ Und „Wie viel Zeit mussten sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung nehmen, um von der Gestaltung über die Moderation bis zu den Schlussfolgerungen die Bürgerbeteiligung zu betreuen?“

Ergebnis: Kosten pro engagierten Bürger, das bedeutet: die Summe der monetären Ressourcen, die für den gesamten Beteiligungsprozess ausgegeben werden (unter anderem Personalgehalt, Kommunikationsressourcen und Kauf von Technologien), geteilt durch die Anzahl der engagierten Bürger. Vergleichen Sie diesen KPI mit dem von Offline Bürgerbeteiligungsverfahren.

Lernen Sie von Ihren Bürger und Bürgerinnen für den zukünftigen Erfolg Ihrer Stadt

surveyEine Maßnahme, die oft übersehen wird, aber sich als äußerst aufschlussreich für zukünftige erfolgreiche Bürger-beteiligung erwiesen hat, ist die Zufriedenheit Ihrer Bürgerinnen und Bürger. Zum Glück ist es ziemlich einfach, ein repräsentatives Gefühl zu bekommen, wie die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger den Prozess empfinden; Eine Zufriedenheitsumfrage übernimmt diesen Job. Diese Umfrage sollte den Teilnehmer unter anderem über die Zufriedenheit mit den tatsächlichen Ergebnissen und sein / ihr Feedback über das partizipative Prozessdesign befragen. Diese Erkenntnisse werden dazu beitragen, Prioritäten zu setzen, um Änderungen an Ihrer nächsten Bürgerbeteiligung vornehmen zu können. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!

Bürgerbeteiligung mit CitizenLab?

CitizenLab ist eine Plattform für Bürgerbeteiligung. Sie bietet eine in beiden Richtungen mögliche Kommunikation zwischen der Stadt und ihren Bürger. Die Stadt nutzt CitizenLab um sich von den Meinungen ihrer Bürger beraten zu lassen und die kreative Energie, die bei der Zusammenarbeit entsteht, für optimale Lösungen anzuwenden. Unsere sofort einsatzbereite, individuell anpassungsfähige Software hilft Städten Entscheidungen zu treffen, die durch eine enge Zusammenarbeit von Bürgern, Bürgerinnen, Politik und Verwaltung transparent erarbeitet wurden und somit zu einer größeren Akzeptanz führen.Plattform CitizenLabMöchten Sie CitizenLab auch als Plattform im deutschsprachigen Raum verwenden? Senden Sie uns eine E-Mail an hello@citizenlab.co. Sie arbeiten nicht im kommunalen Regierungsbereich? Dann freuen wir uns, wenn Sie diesen Eintrag teilen:

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